Startseite > Umweltbelastungen > Boden und Grundwasser > Basisinformationen zu PFC

Basisinformationen zu PFC

siehe auch: -> Parlamentarische Auskünfte

Vor allem auf Militärflughäfen ist der Boden durch Chemikalien belastet, die biologisch praktisch kaum abbaubar sind. Diese sind unter dem Namen Polyfluoralkyl-Chemikalien (PFC) und auch unter den Namen PFOS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) oder PFT (perfluorierte Tenside) bekannt. PFC wurden in der Vergangenheit sehr massiv durch Feuerlöschschaum verbreitet, der wiederum vor allem bei Übungen auf Militärflughäfen eingesetzt wurde.
PFC kommen auch heute noch auf sehr vielfältige Weise zum Einsatz. Detailliertere Informationen dazu siehe -> Umweltbundesamt.

Was sind PFC?

Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) sind organische, oberflächenaktive Verbindungen, die keine natürlichen Quellen haben, sondern industriell produziert werden. Ihre Anwendungsbereiche sind vielfältig, denn sie weisen eine extrem hohe thermische und chemische Stabilität auf und sind wasser-, fett-, sowie schmutzabweisend. PFC finden Verwendung in der Produktion von Outdoor- und Arbeitskleidung (z. B. „GoreTex“), Kochgeschirr, Pestiziden, Baustoffen oder Feuerlöschmitteln. Besonders bedenklich ist die Verwendung in Lebensmittelverpackungen, die unmittelbar mit Lebensmitteln in Berührung kommen, z. B. Pappbecher oder Pizzakartons.

Was ist über die Wirkungen von PFC bekannt?

PFC werden mit hohem Cholesterinspiegel, Fettleibigkeit, Hormonstörungen und Krebs in Zusammenhang gebracht. Eine weitere Studie belegt, dass die Auswirkungen von PFC die Wirksamkeit von Impfungen bei Kindern reduzieren könnten. Studien zeigen, dass PFCs aufgrund Ihrer Langzeitbelastung eine hohe toxische Wirkung auf Menschen und Tiere haben. Dabei ist der Abbauprozess enorm langsam, da PFC von der Natur nahezu überhaupt nicht abgebaut werden kann. PFC steht im Verdacht krebserregend sowie fortpflanzungsgefährdend zu sein.
PFC können in Kläranlagen nicht abgebaut werden. Vielmehr entstehen in Kläranlagen durch verschiedene Umwandlungsprozesse aus den abbaubaren Vorläuferverbindungen (polyfluorierte Chemikalien) zusätzliche perfluorierte Chemikalien. Wasserlösliche PFC werden über Flüsse und Meere global verteilt.

Wo bestehen PFC-Belastungen?

In der Bundestagsdrucksache 18/5905 vom 3.9.2015, als Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, befindet sich eine Liste mit 22 Liegenschaften im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Als Eigentümerin erfüllt die Bundesanstalt gesetzliche Verpflichtungen zur Gefahrenabwehr. Die Liste enthält eine Zuordnung von "Verdacht" oder "bekannt" bezüglich Kontamination (von Teilflächen) mit PFC. Bei den 22 aufgeführten Liegenschaften stehen vier unter der Nutzung von US-Militär. Genannt werden mit der Zuordnung (Kontamination PFC) "bekannt" die US-Flugplätze Ramstein, Spangdahlem und Ansbach-Katterbach.
Des weiteren besteht bei dem US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr "Verdacht".
Detailliertere Infos siehe PDF_klein.pngBundestagsdrucksache 18/5905

Adobe.pngPer- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) in der Umwelt
u.a. aus Feuerlöschübungsplätzen auf militärischen Flugplätzen in Rheinland-Pfalz
Landesamt für Umwelt (Rheinland-Pfalz) - 2017

Wie lassen sich diese Belastungen beseitigen?

In der o.g. Bundesdrucksache heißt es auf die Frage nach den Möglichkeiten zur Sanierung der durch PFC großflächigen Verunreinigungen, die durch die Nutzung von PFC-haltigen Löschschäumen oder Klärschlamm entstanden sind:
An der Erforschung von Sanierungsmöglichkeiten für PFC-verunreinigte Böden und Gewässer wird derzeit gearbeitet. Diejenigen Eigenschaften, die PFC so attraktiv für die verschiedenen Einsatzzwecke machen, sind es auch, die eine Sanierung erheblich erschweren, insbesondere die hohe Mobilität in Grund- und Oberflächenwässern, die große Langlebigkeit und dadurch bedingt der geringe natürliche Abbau in Böden. Welche der Sanierungsmöglichkeiten aktuell umgesetzt werden, ist der Bundesregierung nicht bekannt.

Anmerkung:
Seit 2008 gilt in Deutschland ein Verbot von Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) in Feuerlöschmitteln. Dieses betrifft jedoch nicht alle PFC-haltigen Löschschäume. 

weiter zu:
Seitenanfang